| Der bisherige Direktor des Versandhauses Leipzig, Herr Joachim Schippel, ist
durch das Ministerium mit einer anderen verantwortungsvollen Aufgabe im Volkswirtschaftszweig Binnenhandel betraut worden. In diesem Jahr laufen bereits Bauarbeiten im Umfang von 20 Millionen Mark an, die ab 1969 auf jährlich 50 Millionen ansteigen. Die anteiligen Gesamtkosten für das Großversandhaus betragen 162 Millionen Mark. Zu den beiden Neubauvorhaben, die bis Ende 1971 auf diesem Gelände entstehen, gehört das Großversandhaus. Es umfaßt 2 Speziallagerhallen und ein Betriebsgebäude,
wie auch aus unserer Zeichnung zu ersehen ist. Nach modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen wird hier, unter der Regie gut ausgebildeter Fachleute, gearbeitet werden. Neue Technik, elektronische Datenverarbeitung, moderne Prozeßorganisation und neueste Erkenntnisse der Planung und Leitung im Dienste der Versorgung bilden den bestimmenden Leitgedanken für das neue Großversandhaus. In der ersten Ausbaustufe dieses großen Investitionskomplexes ist auch bereits an
gemeinsam benutzbare Versorgungseinrichtungen aller beteiligten Großbetriebe gedacht: Eine Großgaststätte soll für das leibliche Wohl und eine Poliklinik für die gesundheitliche Betreuung sorgen. Vorerst entstehen hier 180 Kindergarten- und 80 Kinderkrippenplätze für die Sprößlinge. Das in diesem Stadtbezirk entstehende Ölheizwerk wird stündlich 140 Tonnen Dampf in die Betriebe und in die benachbarten Neubauviertel abgeben. Für den zu erwartenden Fahrzeugstrom wird ein Autohof mit Wagenpflege
eingerichtet. Doch bevor es soweit ist, werden für den Damm einer neuen Schnellstraße, die an dem Komplex vorbeiführt, allein 100000 Kubikmeter Erdreich benötigt. Die Betriebe sind durch ein neuangelegtes, miteinander verknüpftes Straßennetz und elf Kilometer Schienenstränge, die in das nahegelegene Reichsbahngleisnetz Leipzig-Torgau münden, eng verbunden. Von hier gelangen Produkte und Waren in die Hallen - und von dort zu den Kunden. Mit Eröffnung der Katalogperiode Frühjahr-Sommer
1972 können täglich mehr als 50000 Pakete im Großversandhaus Leipzig gepackt werden. Bereits 48 Stunden nach Eingang der Bestellung werden die Kundensendungen das Haus verlassen. Während heute alljährlich etwa 1,3 Millionen Kunden unseres Versandhauses ihre Wahl aus 1280 Artikeln und 4200 Bestellpositionen treffen, werden mit Beginn des Jahres 1972 jährlich mehr als 3 Millionen Käufer aus 4000 Artikeln und 16000 Bestellpositionen die benötigte Ware aussuchen und bestellen können. Der
Katalog umfaßt jetzt 140 Seiten im Großformat - 1972 wird der Umfang um ein mehrfaches erweitert sein. Das Leistungsvermögen dieses modernen Handelshauses - es kann gesagt werden: eines der künftig führenden Großversandhäuser Europas - wird die Kapazität und Versorgungsleistung unseres jetzigen Versandhauses um das fünf- bis sechsfache übertreffen. Das alles sind sehr reale Pläne, mit deren Verwirklichung in diesem Jahr begonnen wurde. Wir freuen uns, unsere jetzigen Kunden im künftigen
Großversandhaus Leipzig als Stammkundschaft betreuen und noch besser als heute beliefern zu können. |