Ungezählte persönliche Geschenke und immer wieder Blumen
so verabschiedeten zehntausend Wittenberger Bürger die erste Gruppe sowjetischer Soldaten, die mit ihrer Kampftechnik in die Heimat zurückreisten. Nur sechzig Tage nach dem von Leonid Breshnew in seiner Berliner Rede angekündigten einseitigen Abzug von 20000 sowjetischen Militärangehörigen, 1000 Panzern und anderer Militärtechnik vom Territorium der DDR bewies die Sowjetunion, wie schon oft seit dem Oktober 1917, dass sie ihren Friedensworten Taten folgen lässt. In der festlich geschmückten Lutherstadt dankte der Kompressorenschlosser Arthur Fleischer aus dem VEB Eisenwerk den Angehörigen des Garde - Panzertruppenteils. „Als Befreier seid ihr gekommen, und in all den Jahren danach habt ihr dazu beigetragen, unser friedliches Aufbauwerk zu schützen, und uns beim sozialistischen Aufbau geholfen . . . Nehmt die Gewißheit mit nach Hause, dass wir alles tun werden, um unsere Freundschaft und Klassenbrüderschaft immer mehr zu vertiefen.,, In all die herzlichen Abschiedsworte, die Freude der Soldaten, in die Heimat zurückzukehren, mischte sich die Sorge wegen der friedensfeindlichen Pläne der NATO. Diese Besorgnis äußerten auch die Außenminister der Warschauer Paktstaaten auf ihrer Tagung am 5. und 6. Dezember 1979 in Berlin. In dem Kommunique stellten sie dazu fest, „daß in der NATO die Ausarbeitung gefährlicher Pläne zur weiteren Verstärkung des Wettrüstens in Europa,vor allem zur Stationierung neuer Arten nuklearer Raketenwaffen mittlerer Reichweite der USA auf dem Territorium Westeuropas, fortgesetzt und sogar forciert wird, um die militärische Überlegenheit über die sozialistischen Länder zu erlangen,,. Angesichts dieser ernsten Situation versicherte Oberstleutnant Willy Prinz den heimkehrenden Sowjetsoldaten, „daß sich die Angehörigen der NVA ihrer Verantwortung für den sicheren militärischen Schutz an der Westgrenze des Sozialismus gemeinsam mit den Bruderarmeen der Warschauer Paktstaaten voll bewußt sind". |