| Stätte der Volksgesundheit für ,,Groß - Wittenberg,, im Werden Wer einmal in Mildensee, der ,,Adria,, der Dessauer, die vielen Tausende froher Menschen tummeln sah der weiß, was ein schön angelegtes Schwimmbad für alle Schaffenden und für unsere Kinder bedeutet. Manche Wittenberger haben noch keine rechte Einstellung zu dem, was sich da draußen im Walde tut, Aber wir wissen: Genau so wie die Dessauer die 7 km Weg zu ihrer ,,Adria,,
nicht! scheuen, so werden die Wittenberger die 4 km vom Stadtzentrum nicht zu weit finden, um mit Stahlroß und Bus zu ihrem Schwimmbad zu gelangen. Viele fragen schon ungeduldig: “Wann wird es denn endlich fertig ? ”
Ihnen sei gesagt, daß es nichts Halbes ist, was hier geschaffen werden soll, sondern wirklich ein Anziehungspunkt für unsere Stadt und ein Platz der Erholung für Tausende. Da mit der Frage der Gesunderhaltung unserer Jugend die Frage der Verbesserung der Wohnverhältnisse parallel läuft, muß unser Bauvorhaben noch ohne Planmittel vorangetrieben werden. Aber was da mit viel Liebe und Aufopferung und mit Einsparmitteln von Behörden und Betrieben zustande gekommen ist (nicht zu vergessen den ,,Toto,, Zuschuß), das kann sich bereits sehen lassen. Die nächsten Wochen sind entscheidend für alle, die sich mitverantwortlich fühlen, durch konzentrierte Anstrengungen dafür zu sorgen, daß der Schweiß und die Mittel des Volkes Zinsen bringen: Wenn der Wettergott einigermaßen gnädig ist, kann die Beckenanlage vor Jahresschluß im Rohbau fertig sein, und im Hochsommer 1955 wird schon mancher ,,mal reinhüppen,, können. Die irrtümliche Meinung, daß die Schwimmanlage schon fertig sei, kam daher, daß es ein Schwimmer - und ein Nichtschwimmerbecken gibt, die zusammen erst die Beckenanlage mit 2000 qm Wasserfläche bilden. Aber was gehört nun noch alles dazu, um den Ersatz für die ausfallenden Elbebäder zu Schaffen und darüber hinaus eine Anlage, die auch auf weitere Sicht vor den Forderungen der Bevölkerung bestehen kann? Da verlangt die Gesundheitsbehörde eine Wasseraufbereitungsanlage, um den vielen Menschen einwandfreies Wasser zu liefern. Diese Anlage soll im nächsten Jahr gebaut werden. Aber zu einem Schwimmbad gehört auch ein Umkleidegebäude mit Garderoben und sanitären Einrichtungen. Die Inbetriebnahme dieses Gebäudes ist für 1956 gedacht. Es soll die Form einer Tribüne erhalten. Auf diese Weise kommen auch unsere Sportler zu ihrem Recht, die sich besonders aktiv beim Schippen einsetzen (bzw. noch einsetzen wollen!?) 10 m Sprungturm und ein großes Kinderplanschbecken runden das Bild. Wenn im nächsten Jahr der allgemeine Badebetrieb noch etwas gehemmt sein wird (im Freibad hätte man zwar auch keine Umkleideräume), so ist zu bedenken, daß die ausgedehnten Spiel - und Liegewiesen einer gründlichen Kultivierung und Neuansaat bedürfen. ,,Gebaggerte Schlammerde aus dem Stickstoff Hafen zur Bodenverbesserung liegt bereit; Die Stadtgärtnerei macht sich Gedanken zur Hebung des Parkcharakters der Anlage, die für später vorgesehene Schwimmbad - Gaststätte wird in Erfrischungskiosken ihre Vorläufer finden. Nun möge sich jeder Wittenberger die Frage vorlegen, ob und wie auch er dazu beitragen kann, dieses schöne Werk zu vollenden. Viel Handarbeit für die Erdbewegungen ist noch jeden Tag zu leisten. Gymnastik für jedermann! Dieser Ruf gilt auch allen Dienststellen und Betrieben: “Der Schwimmbadbau ein Beitrag zum besseren Leben für uns alle,,. Das Nichtschwimmerbecken muß vor Einbruch der Kälteperiode fertig sein. Es ist noch sehr viel im freiwilligen Einsatz zu leisten. Der Kreisbaubetrieb ist uns auf den Fersen. Die Ausschachtung des Beckens drängt. Das Wetter ist z. Z. sehr günstig. Wir appellieren an alle. Kommt und helft mit !
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